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Neue
Pille hat kaum noch unerwünschte Nebenwirkungen
Die
Pille ist nach wie vor das weltweit am häufigsten eingenommene
Medikament. Da vor allem junge Frauen in der aktivsten Phase ihres
Lebens zu den Anwenderinnen gehören, kommt der Verträglichkeit
der Pille eine immens große Bedeutung zu. Bisher gab es bei der
medikamentösen Schwangerschaftsverhütung zwei unterschiedliche
Konzepte: Die
phasische Pille und die Mikropille. Die sogenannte Mikropille enthält
einen sehr niedrigen Östrogenanteil und ist daher generell sehr
gut verträglich. Allerdings kommt es aufgrund der niedrigen Östrogendosis
gelegentlich zu Zwischen- und Schmierblutungen.
Viele Frauen klagen unter der Mikropille außerdem über
eine allgemeine Lustlosigkeit, die auch die Freude an der Sexualität
beeinträchtigen kann.
Die
phasischen Präparate sind dagegen aufgrund ihres oft deutlich höheren
Östrogenanteils sehr sicher bei der Kontrolle des weiblichen
Monatszyklus. Allerdings treten bei diesen Medikamenten gelegentlich
unerwünschte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Gewichtszunahme
auf.
Da
demnach beide Pillenkonzepte im Interesse der Frauen viel Raum für
weitere Verbesserungen lassen, wurde nun von der Firma Nourypharma
ein neuartiges Pillenkonzept vorgestellt, das als Mikrophase
bezeichnet wird. Für die ersten 7 Zyklustagen enthalten die
Tabletten einen niedrigdosierten Östrogenanteil (0,040 mg
Ethinylestradiol) und einen minimalen Gestagenanteil (0,025 mg
Desogestrel). In den danach einzunehmenden 15 Tabletten wird der Östrogenanteil (auf 0,030 mg ) weiter abgesenkt, der
Gestagenanteil dem natürlichen Zyklus entsprechend auf 0,125 mg angepaßt.
Die
neue Pille (Biviol â)
vereinigt somit die Vorteile der beiden älteren Pillenkonzepte in
sich. Sie ist zweiphasisch zusammengesetzt: Die
etwas höhere Östrogengabe in der ersten Phase beruht auf den
Erfahrungen, daß in dieser Zeit auftretende Zwischenblutungen auf
einen Östrogenmangel zurückzuführen
sind. Blutungsunregelmäßigkeiten nach der Zyklusmitte sind
dagegen eher auf einen relativen Mangel an Gestagen zurückzuführen.
Durch die zweiphasische Zusammensetzung der neuen Pille konnte die
Estradioldosis gegenüber anderen niedrig dosierten Kombinationspräparaten
um 33% und die Gestagendosis um 35% gesenkt werden.
Entsprechend
niedrig ist daher auch die Zahl der bisher beobachteten
Nebenwirkungen. In einer großen europäischen Studie an 882
Frauen wurden über 12.000 Monatszyklen überwacht. Bei den
Frauen, die von einem anderen Präparat auf Biviol
â
umgestiegen
waren, verringerten sich die Zahl der Nebenwirkungen erheblich. Übelkeit
und Depression waren nach 12 bis 18 Zyklen nicht mehr nachweisbar,
während Kopfschmerzen von 3,7% auf 0,9 % und Brustspannen von
5,2% auf 2,2% absanken.
Kein Wunder daher, daß sich die Erstanwenderinnen
nach der Einnahme der Pille sogar wohler fühlten als vor der
Einnahme der neuen Pille. Während
der Einnahme der neuen Pille kam es über einen Zeitraum von 18
Monatszyklen lediglich zu einer durchschnittlichen Gewichtszunahme
von 0,5 kg. Da ein großer Teil der beobachteten Frauen jünger
als 20 Jahre waren, handelt es sich nach Meinung der
Wissenschaftler um eine altersgemäße normale Gewichtszunahme. Den
an der Studie
teilnehmenden Frauenärzten fiel außerdem auf, daß das neue
Medikament zusätzlich - z.B. bei einer Akne -
eine sehr positive
Wirkung auf die Haut hatte. Die vorgetragenen wissenschaftlichen
Daten waren insgesamt so überzeugend, daß Biviol â
für viele der bisher bei der Pilleneinnahme auftretende Probleme
die Lösung darstellen dürfte.