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Antibabypille
der dritten Generation abermals entlastet
Anläßlich
eines kürzlich in Kopenhagen zu Ende gegangenen
wissenschaftlichen Kongresses entlasteten dänische Frauenärzte
die Pillen der dritten Generation.
Dr. Ojvind Lidegaard kündigte die baldige Veröffentlichung
entsprechender neuer epidemiologischer Daten an. Diese sollen den
eindeutigen Beweis dafür erbringen, daß sich aus der Einnahme
der besonders östrogenarmen, desogestrel- bzw. gestodenhaltigen
Pillen insgesamt eine positive gesundheitliche Gesamtbilanz
ergibt. Selbst wenn diese Medikamente vermehrt die insgesamt
extrem seltenen Venenthrombosen erzeugen sollten – was aller
Wahrscheinlichkeit nach nicht der Fall ist – verhüten sie
offensichtlich gleichzeitig die Entstehung von Herzinfarkten und
Schlaganfällen und retten so das Leben vieler Frauen. Dies ist
insbesondere auf den schon lange bekannten Umstand zurückzuführen,
daß die Sterblichkeit bei Venenthrombosen nur bei rund 2% liegt,
während ein Herzinfarkt von etwa 25% der Frauen nicht überlebt
wird. Dr. Sven Skouby resümierte
daher in Kopenhagen, daß die im Zusammenhang mit den Pillen der
dritten Generation vorgebrachten Warnungen mit großer
Wahrscheinlichkeit voreilig waren.
Als
vor eineinhalb Jahren aufgrund einiger Studien (WHO-Studie,
Transnational-Studie etc.) der Verdacht aufkam, daß sich das
Thromboserisiko bei Einnahme von östrogenarmen Pillen der dritten
Generation im Vergleich zur Vorgeneration der Pille nahezu
verdoppelt, brach in einigen europäischen Ländern eine
Pillenpanik aus. Viele Frauen setzten überstürzt - und gegen den
ausdrücklichen Rat ihrer Ärzte - die Pille ab. Dieses
irrationale Verhalten erwies sich als lebensgefährlich. Eine
Tatsache ist nämlich unbestritten:
unabhängig davon, welche Pille im Einzelfall eingenommen wird –
das Thromboserisiko ist immer deutlich niedriger als während
einer Schwangerschaft.
Die
Ende 1995 veröffentlichten Verdachtsmomente führten damals dazu,
daß die norwegischen, britischen und deutschen Gesundheitsbehörden
vor diesen Präparaten warnten und bestimmte Beschränkungen bei
der Verordnungsfähigkeit anordneten.
Mittlerweile konnte dieser Verdacht aber weitgehend als unbegründet
ausgeräumt werden. Ein Teil der Autoren der Studien distanzierte
sich mittlerweile von den übereilten Schlußfolgerungen der zuständigen
Aufsichtsbehörden. Sie führen die scheinbar vermehrt beobachtete
Thrombosehäufigkeit mittlerweile auf statistische Störfaktoren
(Bias) zurück. Insbesondere vermuten sie, daß die als besonders
sicher angesehenen Pillen der dritten Generation vermehrt jenen
Frauen verordnet wurden, die aufgrund von Risikofaktoren (Rauchen,
Übergewicht etc.) als besonders thrombosegefährdet galten.
Zu
Beginn des Jahres 1997 wurde schließlich die sog. Farmer-Studie
vorgelegt, in der die Daten von rund einer halben Million Frauen
ausgewertet worden waren. Beim direkten Vergleich jeweils
gleichalteriger Frauen, die Pillen der zweiten bzw. dritten
Generation eingenommen hatten, zeigten sich keinerlei Unterschiede
in der Thrombosehäufigkeit.